250. Geburtstag Gerhard David
von Scharnhorst
Hans-Friedrich Jessen
Kenn´se Scharnhorst
Ein Turnpfad
Vom Lebensraum zum General
Geburtstag
Was schenkt man und wie feiert man?
Fragen, die uns schon bei ganz "normalen" Jahrestagen der Geburt quälen.
Geschenke müssen her als Zeichen des Glücks! Gesänge, die das Glück fühlbar machen!
Und Scharnhorst, was wünschte er sich?
Reichtum Macht Wohlstand Liebe - Materielle Güter Ehre -?
Und was war er?
Ein Feldherr - Ein Beamter in Uniform - Ein Reformer - Ein Pazifist -?
Oder nur die personifizierte Zeit -?
Wandern wir doch auf einem Turnpfad durch die Lebenswelten, die Räume und die Realität, die sich mit dem Namen Scharnhorst verbinden. Es ist ein Weg in Persönlichkeiten, in die eigene und in die des Menschen in Uniform Wandern wir durch unsere Stadt, unsere Gesellschaft und kehren zurück zu den Menschen.
Scharnhorst empfahl in seiner Denkschrift für die Schulen, GutsMuths "Gymnastik für die Jugend". Ein Buch, das nicht nur ein Beitrag für die
Natürlich begegnen wir auch Jahns Zeitgeist
Treffen werden wir auch den ewig missverstandenen Satz aus der Satire von Juvenalis, bei dem die Herrschenden, Autoritäten und Mächtigen den Konjunktiv vergaßen und einen Drill der Unterwerfung daraus konstruierten:
mens sana in corpore sano sit
Ein gesunder Geist möge auch in einem gesunden Körper sein, heißt es richtig. Wie oft hat ein kranker Geist dieses Sprichwort zur Unterdrückung und zum Menschenopfer missbraucht, für die eigene Eroberungspolitik.
Machen wir uns auf den Weg und turnen uns durch Scharnhorst ins Niegedacht. Eine Gradwanderung zwischen Bergen der Bildung und den Abgründen der Dummheit. Vorbei an den Klippen der Feindbildung, der Ehre, der Macht, der Intoleranz und eines kranken Nationalstolzes.
Nie gedacht, jener Ausruf einer Wirtin, die den Entschluss einer Gruppe von Bergleuten begrüßte, gesellschaftliche Bewegung in die Monotonie ihres Lebens und des Broterwerbs zu bringen. Es ist der Geist der Bewegung, programmiert ins ungewisse des nicht Vorhergedachten.
Starten wir unseren Geburtstagsausflug am Wasserturm in Scharnhorst und kehren später mit Erkenntnissen zurück die Geschichte sind.
Ein Pfad der Verknüpfungen und Spiegelungen.
Herkunft? Biotope Irgendwo
Überall auf der Welt
auch in Scharnhorst
Vom Biotop zum Zuhause
Geboren werden wir Menschen mit dem Herauswurf aus der Gebärmutter durch den Muttermund. Für eine kurze Zeit bleibt uns noch die Schnur, als Nabelschnur des Seins. Ist sie durchtrennt ist jeder unfertig, hilflos, lebensunfähig allein in seinem Selbst.
Ca. 20 bis 30 Jahre Nachreife rechnen wir heute, in einem Raum der weitestgehend von der Mutter, möglichst natürlich von den Eltern und der Familie gestaltet werden soll. Ein Ort mit Wärme, Licht, Nahrung, ein Nest, ein Hort, ein Horst.
Für den Menschen muss der natürliche Geburtsplatz ergänzt sein, durch einen Schutz aus Wärme und Dach und aus einem System der Nahrungsbeschaffung.
Dann wird daraus ein Zuhause, des "unmündigen", "unfertigen" Lebens in das wir gesetzt, geworfen, gezogen und getrieben sein können. Es ist die Menschwerdung, eine biologische Nachreifung, die es bei Säugern und den anderen Primaten nicht gibt.
Neben dem Vornamen, den wir von den Eltern bekommen, erhalten wir gleichzeitig den Nachnamen, der sich im Laufe der Zeit gebildet hat durch den Raum, den Vorfahren ihm gegeben haben Marktflecken Gerichtsplätze Wälder Wiesen Auen Täler Berge Gemarkungen -!
Der Name Scharnhorst bezeichnet ein Gebüsch, ein Dickicht, eine Hecke, geologisch eine Verwerfung oder eine Scholle. Die Bezeichnung eines Biotops wurde hier zum Hausnamen und dieser Familienname wurde einem Biotop mit einem Sinneswandel zurückgegeben. Der Mensch wird geprägt durch vielerlei Einflüsse geformt. So ist der Mensch nie nackt und damit auch nie dem anderen Menschen gleich! Er wird es im Leben auch nie wieder
Heimat
Heimat ist in erster Linie der Erfahrungsraum des Kindes, der Kindheitserlebnisse, auch der Bindungs- und Lösungsprozess mit und von der Mutter. Es ist ein Eroberungsgebiet und das vertraut werden mit der Welt, eine Verankerung im Leben.
Der Verlust von Heimat produziert Gefühle des Verlorenseins und der Einsamkeit. Die Verklärung erfolgt durch bindende Gefühle, Lieder, durch Dichtung und Theater aber auch durch Sport.
Am südlichen Rande des Münsterlandes, zwischen Lippe und Ruhr, hatte der Ortsteil Scharnhorst 100 Jahre das Gesicht einer Burg mit zwei Türmen, Zinnen und Erkern. Eine Festung der Arbeit konnte man die Zeche nennen, die über der Heimat thronte!
Hier hatten Tausende Brot und Wohnung gefunden,
mit schwerer Arbeit im Kohlebergbau. Die Gruben, waren nicht nur nach Königen
und Fürsten benannt, sondern auch nach Menschen, die in Preußen
denkend die Welt verändert hatten. Gneisenau vom Stein Hardenberg
und Scharnhorst. Diesen hatte die Geschichte Selbstdisziplin, Willensstärke,
Charakter, Anständigkeit und Verantwortungsgefühl bescheinigt.
Selbstfindung
Platz der Gefühle
In der Zeit der Nachreifung entwickelt sich eine Einheit des Kindes mit den Menschen und den örtlichen Gegebenheiten. In der biologischen Abhängigkeit entsteht eine besondere Bindung durch Sprache, Lieder, Spiele. Es entsteht aus einem Platz der Notdürftigkeit ein Ort der Sinne, das wir zur Unterscheidung vom Platz des Lebens (Biotop) auch als Platz der Gefühle (Sensotop) bezeichnen können.
Im Schoße der Mutter und der Familie bilden sich die Zeichen, Worte, Sätze, Gesten, die Zwecke und Ziele des Handelns, das Erkennen des Miteinanders, der Pflichten und der Disziplin. Es entsteht das Augenmaß der Selbstfindung. Daneben entwickelt sich das Fühlen von Liebe, Glück und Zuwendung.
Kurz skizziert kann so der Weg in die Freiheit entstehen, die Unabhängigkeit und die Selbstfindung. Jedes Sensotop ist anders. Keine Familienstruktur ist mit einer anderen vergleichbar, der Lebensweg eines jeden Menschen ein anderer und so wird es auch bleiben. Das Zuhause bietet Schutz zu Zeiten der Not und der Gefahr von außen. Der Weg zum Selbst ist ein schwerer Weg für jeden. Die Selbstfindung ist das Ungewisse für jeden Menschen.
Auf den Plätzen des permanenten Kindseins, oder wie wir heute sagen, des "Nichterwachsen werden wollen", können junge Menschen heute durchaus stecken bleiben. Von der Mutter umsummt und umsungen, verehrt und bestreichelt, mit den Gaben der Möglichkeiten versorgt und vom antiautoritären Vater bestaunt. Der Ausflug in das Ungewisse der Welt, der Aufbruch in das Selbst verzögert sich. Je besser die Umsorgung ist, umso länger wird die Nachreifungszeit und umso eher ist die Gefahr gegeben, eine gewisse Lebensuntüchtigkeit zu entwickeln.
Die Plätze des Sentimentalen sind sehr unterschiedlich, Musik, Gemeinschaft, Siegen und Verlieren, Hass und Mitleid, Liebe und Verantwortung. Sie sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt. Der Rhythmus des Klatschens wird häufig zum Marsch, ganz unbemerkt verpflichtend, gestern, heute und morgen? .
Der heldenhafte Kampf, der Drill des Gleichschrittes, der Mut im Miteinander ist oft stärker als das Leben, ein gemeinsames Feindgefühl verhängnisvoll ! Oft hat der Zeitgeist bunte Uniformen, Orden und eine Fahne, die, richtungweisend über die Gefühle, besonders junge Menschen beeinflusst im Elite Denken gegen den Feind oder den erfundenen Untermenschen.
Beeinflusst durch Scharnhorst wendet sich der Wille des Sollens, der Pflichterfüllung, zum Willen des Könnens. Aus dem Müssen wird ein Wollen! Hierin liegt eine der großen Sinngebungen für Scharnhorsts Reformen.
"Und apropos: wie sind sie geraten
In diesem Jahr die Teltower Rüben
Und sauren Gurken in meiner lieben
Borussenstadt? Und die Literaten,
Befinden sie sich noch frisch und munter?
Und immer noch kein Genie darunter?
Jedoch, wozu ein Genie? Wir laben
Uns besser an frommen, bescheidenen Gaben
Auch sittliche Menschen haben ihr Gutes
Zwölf machen ein Dutzend die Menge tut es."
("Die Menge tut es" Heinrich Heine, )
Heines Werk, der heinesche Witz, ist ein
Mittel der Synthese zwischen Verstand und Gefühl Mit der Borussenstadt
meint er natürlich Berlin.
Am Seil hängt Leben
Vertikales "tie"
Zeche Scharnhorst
Noch 1722 konnte man lesen, dass die Armen fast täglich zu den Kohlebergen gingen um dann die Kohle an den Türen zu verkaufen. 1735 begann man systematisch mit der "Kohlengräberei". König Friedrich Wilhelm I. erließ 1737 die renovierte Bergordnung und richtete im Jahr darauf in Bochum ein Bergamt ein.
Friedrich der Große förderte den Kohlenbergbau an der Ruhr in dem er Schleusen auf der Ruhr bauen ließ und so den Kohletransport auf dem Wasserweg verbesserte. 1803 fiel das Stift Essen durch den Reichsdeputationshauptschluss an Preußen. Damit wurde das Preußische Landrecht für den Essener Bergbau gültig. 1804 erhielt Essen ein königliches Bergamt. 1816 wurde das Oberbergamt in Dortmund gegründet. Durch den Einsatz von Dampfmaschinen zur Bewältigung der Wasserhaltung konnte 1828 auch in größeren Tiefen, so in Dortmund, mit der Kohleförderung begonnen werden. Haniel und Stinnes waren die ersten Unternehmer, nach denen auch Schächte benannt wurden. Sie waren die Herren an der Ruhr. Ehrfurchtsvoll vor der Macht und anerkennend galt ein Wort im Revier "Das walte Gott und Hugo Stinnes"!
Die Namensvergabe an die Zechen erfolgte auch durch die Mitsprache der preußischen Regierung. So erhielten einige Anlagen den Namen hoher preußischer Beamter wie Scharnhorst, Gneisenau und Minister Stein. Daneben gab es Gemarkungsnamen wie Kurl, Dorstfeld, Westfalia oder Tremonia (lat. Dortmund) aber auch Namen mit einer tieferen Bedeutung wie Unverhofft und Freier Vogel (in Schüren).
Das Wort Zeche entstammt dem mittelhochdeutschen = Gesellschaft.
1872 wurde mit dem Abteufen des Schachtes 1 der Zeche Scharnhorst begonnen. Dabei wurde zunächst ein Bohrloch niedergebracht (Tiefe = Teufe) und dann mit unterschiedlichen Verfahrenstechniken eine Strecke ausgebaut (Hauptstraßen unter Tage). Wegen großer Wassereinbrüche wurde der Betrieb im gleichen Jahr wieder eingestellt. Erst 25 Jahre später wurden die Abteufarbeiten für den Schacht 2 aufgenommen und 1931 die Förderung endgültig eingestellt. Die Schächte dienten anschließend noch der Seilfahrt und der Materialförderung, die Kohle wurde auf der Zeche Gneisenau in Derne gehoben.
Mit der Industrialisierung zwischen Rhein, Ruhr und Lippe kam es nicht nur zur Umgestaltung des vorher landwirtschaftlich genutzten Raumes, sondern auch zu Wanderungen der Menschen in dieses "Revier" zu Arbeit und Brot.
So diente die Bevölkerung der Ostprovinzen (West- und Ostpreußen, Posen und Schlesien) als industrielle "Reservearmee" des Reviers. Während die monarchisch konservativen Masuren evangelisch waren und deutsch sprachen, war die größere Anzahl der Schlesier polnisch sprechend und streng katholisch. Die Integration der ehemaligen Bewohner Ostpreußens galt als glatt und einfach, das Zusammenleben und arbeiten der polnisch sprechenden Reichsdeutschen mit den ansässigen Westfalen, war alles andere als problemlos. Der "Polacke" wie er hier hieß, war ein Störfaktor einerseits und ein Diskriminierter andererseits. Es kam zu Wanderungen, aber auch zu einer fortlaufenden Angleichung.
Am 18. April 1980 kam das "Aus" für
eine Lebensader für den "Turm von dem das Wasser tropfte". Um die
Mittagszeit fielen die Gebäude durch eine Sprengung, es war still
und niemand weinte!
Grunewald
"D-Zug"
Kolonie
Nördlich und südlich der roten Backsteingebäude der Zeche, die wie ein Schloss anmuteten, entstanden Wohnungen in Kolonien mit sehr bescheidenen Lebensmöglichkeiten, die der Arbeitgeber gewährte.
Die Familien erhielten Grabeland für den häuslichen Bedarf und einen Stall für die Ziege, die so genannte "Bergmannskuh".
Diese Nebenerwerbstätigkeiten, die von den Bergwerksgesellschaften mit Bedacht gewährt wurden, hatten ihren Sinn in einer kargen Bezahlung. Sie förderten in der Armut Familiensinn und die Sozialstruktur des Miteinanders.
Der Zeitgeist war der schwarze Mann, der nach täglichem Hoffen und Bangen schwarz aus der Grube kam, begleitet vom Lachen der Kinder, die spielten "wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann ?"
Aus den Kolonien Am Holzgraben und Im Grunewald entstand der Ortsteil Scharnhorst mit einem bescheidenen Versorgungszentrum dazwischen. Die Menschen lebten in Abhängigkeit von den Bergbaugesellschaften in der gewährten Wohnung, mit einer geringen Freizeit und schmalem Lohn in einem, wenn wir so wollen, Arbeitsplatz in Unfreiheit.
Die sehr bescheidene Idylle der alten Kolonie Wambeler Heide wurde durch den Neubau der B 236 zerschnitten. Heute im Jahre 2005 gewinnt man den Eindruck, dass sie abseits unserer Aufmerksamkeit neu aufblüht.
In das Gebäude des ehemaligen Kindergartens an der Zechenmauer, bauten die türkischen Bewohner eine Moschee.
Von der ehemals so repräsentativen Schachtanlage Scharnhorst sind nur die inzwischen restaurierte Zechenmauer und die Bergarbeitersiedlungen erhalten geblieben.
Im Zuge der Befreiung vom Joch der Grubenarbeit gewinnt der Arbeiter die Würde der Mitbestimmung und verliert den Herrn.
Das Bürgerkomitee auf der Suche
nach dem "Herrenlosen"
Mutual Security Agency
(Amt für gegenseitige Sicherheit)
MSA - Siedlung
Nach dem zweiten Weltkrieg und seiner barbarischen Zerstörung durch die Hitler Diktatur, entwickelten Politiker in den USA Pläne für eine neue Lebensgrundlage im zerstörten Europa. Damit wurde gleich eine "West"- Mauer gegen den Kommunismus und die antichristliche, antiprotestantische Ideologie errichtet.
George C. Marshall war einer der Männer, die es ermöglichten, das 1954 durch die Förderung des Amtes für gegenseitige Sicherheit (Mutual Security Agency) eine Siedlung mit ca. 1.500 Eigentums- und Mieteinheiten, zwischen der Grunewald Kolonie und der Flughafenstraße, entstehen konnte.
Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten, Wohnungssuchende aus allen Teilen der westlichen Besatzungszonen gingen in den Bergbau. Fachleute, Ingenieure kamen aus dem Tagebau des Rheinlandes.
Im Prospekt von 1953 heißt es: "Es wird eine zukunftsweisende Mustersiedlung erstellt." Um in die Bewerberliste aufgenommen zu werden, heirateten viele Bergleute, aber auch Mütter mit ihren minderjährigen Söhnen konnten sich um eine Wohnung bewerben.
Fernwärme, Kühlschrank, Elektroherd, Bad und mit fließendem heißen Wasser gehörten zur Ausstattung. Die Deputatkohle wurde auf die Heizkosten angerechnet.
Im Jahre 1976 erfolgte die Verkehrsanbindung durch die U-Bahn. Im Gebäude der Hauptschule entstand die Albert Einstein Realschule.
Dank des enormen Wirtschaftsaufschwungs, infolge des Wiederaufbaus der Schwerindustrie im Ruhrgebiet, war nun der Lebensraum geprägt durch die Ermöglichung von Wohneigentum und der Anschaffung der produzierten Wirtschaftsgüter, insbesondere des Autos. Garagenplätze entstanden und die Mobilität brachte dem Lebensraum andere Strukturen. Der Nutzgarten wurde im Laufe der Zeit zum Ziergarten.
Durch Eigentum und durch Selbst- und Mitbestimmung am Arbeitsplatz entstand ein hohes Maß an persönlicher Freiheit in einer bipolaren, globalen Gesellschaft. Der Kommunismus, für einige auch der Kapitalismus, war der klar definierte Feind. Jeder hatte seinen eigenen Standpunkt, die Sicherheit seines Seins und Denkens.
Sozialismus oder Liberalismus, wir lebten im großen Glauben an den Rationalismus als Mittel der Welt und Selbstbeherrschung und wähnten uns in einer Verankerung kollektiver Heilsgewissheit. Der Glaube an den Sieg, des einen oder anderen Systems, war nur eine Frage der Zeit und dadurch ergaben sich unseres Erachtens zwangsläufig auch Veränderungen, Reformen der Zukunft.
Die Zeit zwischen 1952 und 1990, die als
Jahre des kalten Krieges bekannt ist, war rückblickend eine blühende
Zeit. Der Herr der Arbeit verlor einen Teil der Macht an den Menschen,
der zum Bürger aufstieg.
Aufbruch in die neue Heimat
Neue Heimat
Der weitere wirtschaftliche Aufschwung führte im Raum Dortmund zu Wohnungsnotständen. So entschlossen sich die Politiker in Stadt und Land zu einem neuen Lebensraum Scharnhorst, in der Gemarkung Grevel, 5250 Wohnungen zu schaffen.
Federführend war die Wohnungsbaugesellschaft "Neue Heimat", die inzwischen nicht mehr besteht, aber deren Name heute immer noch das Programm verdeutlicht. Durch die Mobilität war kostengünstiger Wohnraum die erste Notwendigkeit, die Arbeit war erreichbar. So veränderte sich der Lebensraum von der Kohle der Kolonie und dem Grabeland, zur Schwerindustrie, dem Eigentum und dem Auto. Von Wohnen zum Wandern und Suchen Visionen von Lebensraum, nach oder mit Scharnhorst.
Mit dem Namen Neue Heimat entstand auch eine neue Welt. Zunächst strömten Arbeitssuchende aus ganz Europa ins Ruhrgebiet, Jugoslawen, Italiener, Spanier, vor allem aber Türken.
Nach dem schrittweisen Untergang des Kommunismus kamen Spätaussiedler aus Polen. Später, nach dem Zerfall der Sowjetunion, kamen deutschstämmige Arbeitssuchende aus den verschiedenen russisch sprechenden Republiken.
Arbeit entfloh dem Besitzstand. Sie verlor die Einforderungsmöglichkeiten durch die Pflichterfüllung und band sich nicht mehr an das Müssen. Reformen in der Kohle- und Schwerindustrie führten zum Verlust von Arbeitsplätzen.
Die Arbeit wurde kalt, sie war nicht mehr der verlässliche Lebensgefährte, der Kumpel, Humankapital, das Unwort des Jahres 2004 inflationierte.
Hat der Adelige nur seine bunte Uniform mit dem Anzug des Bankers getauscht, oder ist gar das Kapital kleidlos ein Traum - ein Geist?
Ist nicht jeder Zeitgeist nackt, wenn wir ihn nicht neu kleiden? Demokratie braucht die Welt, Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit. Das wären Kleider in denen wir Menschen uns begegnen könnten.
250 Jahre nach Scharnhorst aber tragen Kinder immer noch moderne Rüstungen mit schwarzen Masken, Waffen mit denen sie die überlieferte "Wahrheit" ihrer Väter erkämpfen wollen, im Glauben, der Stolz und die Ehre und eine imaginäre Lenkung, wären für sie verantwortlich!
Eine Verbesserung der Konfliktlösung auf der Welt können wir nur durch Bildung aller Bevölkerungsschichten erreichen. Besonders aber auch dadurch, dass wir das Interesse an Politik und Geschichte im eigenen Land fördern und zu objektivieren helfen.
Für den insuffizienten (unvollständigen)
Menschen kann es nur eine insuffiziente Gesellschaft geben, aber eine die
durch demokratische Mitwirkung Aller nur besser werden kann.
Aufstieg MSA
"Gradmesser" der Wohlstandsentwicklung
Die Dreistadt Scharnhorst
Während die Geschichte der Zeche sich nur an den Namen bindet, ist das Schicksal der Menschen im Siedlungsverband mit dem Wirken Scharnhorsts stark verknüpft. Bevölkerungswanderungen in Europa setzten besonders nach den Gesetzen zur Befreiung der Landarbeiter ein und führten in der Folgezeit auch immer wieder in die Großindustrie.
Es zeigte sich hier, dass Umgestaltungen nicht unbedingt einen Vorteil für den Einzelnen bedeuten müssen. Freiheit hieß auch hier Entlassung in das Selbst. Das diese Veränderungen nicht zu einem Bruch in der Gesellschaft führten lag an der sozialen Abfederung durch die Montanunion. Erst heute wird uns dieser Prozess richtig klar!
Der industrielle Prozess glich die landsmannschaftlichen Eigenheiten der Menschen aus verschiedenen Regionen Preußens besonders dann nicht aus, wenn es Sprachprobleme gab. So bedeutete die Bergpolizeiverordnung von 1899 einen erheblichen Germanisierungsdruck auf die Polen. Das Quasi-Verbot der polnischen Sprache verbaute den nur polnisch sprechenden Arbeitern sämtliche sozialen und wirtschaftlichen Aufstiegschancen.
Verbindet man den Namen Scharnhorst mit dem Begriff Reformen, also Verbesserung des Bestehenden, dann sieht man die Schwierigkeiten im "Durchturnen" durch die Geschichte des individuellen Lebens.
In Scharnhorst war eine Dreistadt entstanden, mit eindeutig nachvollziehbaren Strukturelementen aus der jeweiligen Entstehungszeit. Ein Lehrbuch des Wandels der Lebensräume. Trägt sie zu Recht den Namen Scharnhorst?
Wie anders sollte sie heißen: Reformstadt?
Viele alte Menschen blieben in ihren Wohnungen in der Kolonie. In der Wambeler Heide siedelten Türken und verbanden sich freundschaftlich.
In der MSA-Siedlung vererbte sich viel Eigentum auf die Kinder der Bergleute, die durch bessere Schulen auch höher qualifizierte Berufe erreichten. Das Gesicht der Siedlung hatte den Aufbau und Anstrich sowie den Vorgarten einer begehrten Bürgersiedlung erhalten.
Die Großsiedlung war gefügt und umrandet von Eigentum. Die Begrünung und Strukturierung, insbesondere durch große und leistungsfähige Schulen, bot vielen eine dauerhafte Bleibe.
Braucht der Mensch Heimat oder lieber Sonnenstrände im Alter. Was bindet die Menschen?
Haus, Garten, Eigentum, Nachbarschaft behielten ihren Wert. Siedlergemeinschaft, gesellschaftliche Strukturen, Sicherheit, Wohlstand für viele, gaben Halt, auch für viele Menschen, die nicht in unser Land hineingeboren waren, hier mit ihren Kindern sesshaft wurden und eine Heimat fanden. Die Veränderung einer Klassengesellschaft in eine Bürgergesellschaft war eine Bewegung zu einem Miteinander in eine säkulare, eine weltliche, demokratische Gesellschaft, kein Paradies, aber Veränderungen die sich an den Forderungen des Reformers Scharnhorst erkennen und messen lassen.
Sammeln wir Eindrücke auf unserem Fest!
Die Versachlichung und Verdinglichung des Menschen wird ein Zeitgeist bleiben. Die Kapitalisierung der Menschen eine Erscheinung, wie der Mensch als Maschine.
Scharnhorsts Geburtshaus Gut Bordenau
Scharnhorst
Bäuerliche Kindheit
Bordenau heißt der niedersächsische Flecken in dem Gerhard Johann David Scharnhorsts Geburtshaus steht.
Hineingeboren wurde Scharnhorst in eine Zeit der Kriege! 150 Jahre immer wieder militärische Auseinandersetzungen! Die Wiege stand in einem bäuerlichen Anwesen, das zu dieser Zeit im Ansehen ganz unten angesiedelt war!
Der Vater stand noch darunter. Er war bei den hannoverschen Dragonern Quartier- oder Wachtmeister, ein Unteroffizier. Sechs Jahre hatte die Mutter Wilhelmine, als Jüngste von drei Töchtern, die heimliche Beziehung und eine uneheliche Tochter mit dem Vater Gerhard geheim gehalten. Das war nur im Elternhaus möglich und dort unter dem Schutze des Vaters und mit der Missbilligung und dem Spott der beiden älteren Schwestern. Erst mit der Geburt Gerhards ließ der Vater die Legitimierung des Verhältnisses des Unteroffiziers mit seiner Tochter zu und gewährte den Eltern Scharnhorsts eine karge Unterkunft und Unterhalt auf dem bescheidenen ritterschaftlichen Gut.
Zwei Jahre nach der Geburt Scharnhorsts starb der Großvater, der wohl auch gegen die übrige Familie, besonders der älteren Töchter, die schützende Hand über die Jüngste hielt.
Nun begannen Erbstreitigkeiten, die 12 Jahre andauerten und zuletzt zugunsten der Familie Scharnhorst entschieden wurden. Zwischendurch brannte aber auch noch das Haus ab, das Gerhard mit seinen Eltern bewohnte.
Krieg im Lande und Erbstreitigkeiten im Elternhaus, das war der Rahmen der Kindheit. Dabei dürfen wir die Zeit nicht vergessen um 1750 bäuerliche Umgebung, eine etwas gehobenere "Gutsbesitzers" Familie mit einer "gefallenen oder befleckten" Tochter, zwei Jüffern als Tanten, Unterricht in einer einklassigen Volksschule, in die Gerhard die Kraft und den Willen der Mutter einbrachte.
Über sie erfahren wir so wenig. Aber sicher konnte sie lesen und schreiben. Sie besaß oder las vielleicht auch Bücher und konnte sich in ganzen Sätzen ausdrücken! Wer außer Scharnhorst hatte in seiner Dorfschule eine solche Mutter? Auch sein Vater ist in der Lage einen, für die Zeit, stilistisch einwandfreien Brief zu schreiben (sh. links).
Der Schulmeister, später von Scharnhorst häufiger kritisiert, war eben ein Lehrer seiner Zeit. Außerdem gliederte sich so eine Schule in zwei Stufen, in der meistens die Kinder mit einem höheren Bildungsniveau Lehr- und Aufsichtsaufgaben übernehmen mussten. Dabei blieb die persönliche Unterrichtung in der Dorfschule Bothmer eingeschränkt.
Die fehlerhafte Rechtschreibung wurde durch
Fleiß, Genügsamkeit und Skepsis ausgeglichen. Englisch, Französisch,
Mathematik und Kriegswissenschaft lernte Gerhard im Selbststudium. Bis
zu seinem 17. Lebensjahr lebte er im Elternhaus. Sehr gute Ansätze
des Bemühens und der Selbstfindung sind trotz der nicht idealen familiären
Voraussetzungen und des sehr niedrigen schulischen Niveaus zu erkennen.
Entlassungsbefürwortung des Kommandanten Murtfeld
an Philipp Ernst Graf zu Schaumburg-Lippe
Hochgebohrner Graf
Gnädigst regierender Graf und Landes Herr!
Ew. Hochgräflichen Gnaden habe auf Nachsuchen des Conducteur Scharnhorst untertänigst vorzutragen, das der Conducteur Scharnhorst als Fändrich unter die Hannoveraner, und zwar bei das Estorfsche Regiment, kommen könnte; der Conducteur Scharnhorst sucht daher untertänigst nach, Ew. Hochgräflichen Gnaden möchten die hohe Gnade für ihn haben und ihm den Abschied aus hiesigen Militair Diensten gnädigst ertheilen lassen. Ich habe zwar dem Conducteur Scharnhorst vorgestellt, das er zehn Jahre zu dienen sich verpflichtet, welche Zeit erst halb verflossen, und noch einige Zeit Gedult haben möchte, da als dann Ew. Hochgräflichen Gnaden auch gewiß für ihn sorgen würden. Allein der Conducteur blieb bei seinem Anhalten und Bitten, welche er hernach noch schriftlich resümirte, ich möchte Ew. Hochgräflichen Gnaden doch seinet wegen um die Erlassung hiesiger Kriegsdienste untertänigst anflehen.
Ich ersterbe in tiefster Ehrfurcht
Ew. Hochgräflichen Gnaden
Buckeburg unterthänigst treu gehorsamster
d.19ten July C. L. Murtfeld
1778 Capt.
Beruf: Soldat
Unter der Überschrift: "Die Idee des Guten als höchstes Ziel" schreibt Platon "Ein Wächter des Staates und der Gesetze darf sich im Lernen nicht weniger anstrengen als in den Leibesübungen, oder er wird niemals an das Ziel der höchsten Erkenntnis gelangen, die doch ihm am allermeisten zukommt."
Auf Bitten des Vaters wird der Sohn in das bückeburgische Kadettenkorps aufgenommen und kommt auf die Feste Wilhelmstein im Steinhuder Meer. Um einen Spiegel der Zeit und einen Eindruck der Bemühungen des Vaters für seinen Sohn zu bekommen, sollte man das Bittschreiben an Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe lesen (sh. vorher). Halten wir fest. Scharnhorst hatte früh familiäre Erbstreitigkeiten und Kränkungen des Niedriggeborenen in ständisch feudaler Umwelt erfahren.
Die Aufnahme an der Kriegsschule im Steinhuder Meer mit dem Lehrmeister Reichsgraf Wilhelm von Schaumburg Lippe, der eine breite, für die Zeit außergewöhnliche Bildung besaß, war ein großer Glücksfall. Der Reichsgraf begründete schon in dieser Zeit eine Militärverfassung, die später von Scharnhorst weiterentwickelt wurde.
Graf Wilhelm verbreitete auf dem Wilhelmstein einen humanitären Aufklärungsgeist. Neben Tadel und Disziplin war er Vorbild, spendete Lob und Geschenke.
Seine Meinung war: "Der Mensch scheint von Natur eine Neigung zum Kriege zu haben wie gewisse Tiere zum Raube." Daraus folgerte er: "Die Neigung zum Krieg ist roh und ungebildet und daher eine Schande der Menschlichkeit." Das wohl stärkste Dokument gegen den Krieg ist ein Brief Scharhorsts an seine Frau Klara vom 21. März 1791: "Ich habe in den Dörfern tot geschossene Kinder gesehen, anderen war ein Bein abgeschossen. Der Krieg ist entsetzlich."
Am Ende seiner Lehrzeit 1793 schreibt er von einem starken Glauben an die Vernunft aber zugleich von einem scharfäugigen Pessimismus: "Aber wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt sich!"
An einer anderen Stelle klagt er in einem
Brief an seine Frau: "Gott, was ist das für ein Leben. Alles beim
Militär ist doch Verwüstung, eine Wüste voll wütender
Tiere ich bin nicht zum Soldaten gemacht. Unschuldige, jammernde Menschen
stehen im Blute neben mir, das Feuer der brennenden Dörfer vom Menschen
zum Vergnügen angelegt."
General Gerhard Johann David von Scharnhorst
Militär braucht Bildung
Zwei Eigenschaften zeichnen den jungen Offizier Scharnhorst in Hannover aus: die unermüdliche eigene Weiterbildung und der Drang zu einem militärpädagogischen Programm mit einer wissenschaftlich vertieften Offiziersausbildung. Bald gehörte er zu einem kleinen Kreis anerkannter Militärpublizisten. Er gab eine militärwissenschaftliche Zeitschrift heraus, die er "Militärbibliothek" nannte. Später hieß diese "Militärjournal". In den folgenden Jahren erfolgte die Veröffentlichung des "Handbuches der Kriegswissenschaften für Offiziere".
Scharnhorst hatte Rousseau gelesen, der die stehende Armee die "Pest Europas" nannte Die gedungenen Mietsoldaten wurden an vielen Stellen als Ursache des Unglücks der Menschheit bezeichnet.
Bevor Scharnhorst nach Preußen gerufen oder empfohlen wurde, hatte er bereits gelernt erarbeitet und beschrieben, dass der Generalstab die bewegende Kraft eines sich taktisch bewegenden Heeres werden musste. Der Feldherr war nicht mehr jener Held auf dem Hügel, der die Söldner stehend oder kniend in den Tod schickte!
Das französische Revolutionsheer unter Napoleon hatte ihn gelehrt, dass das taktische System der Tirailleure der bisherigen starren Linietaktik deutlich überlegen war. Auch wenn er aus pragmatischen, praktischen Gründen dieses im Heer nicht mehr umstellen konnte und wollte, wegen des Widerstandes bei der Armee und beim König, so änderte er doch das dritte Glied und gestaltete es mit Schützenjägern und leichten Truppen aus.
Das Tirrailleurgefecht wird von den Geschichtsschreibern als Ausdruck des Bewusstseinswandels in Militär, Gesellschaft und Staat gesehen und beschrieben.
Die ersten persönlichen Erfahrungen im Kampf sammelte Scharnhorst beim Ausbruch der Garnison von Menin 1794.
Scharnhorst erkannte erstaunlich früh in seinem Urteil über die französische Revolution: "in den Schriftstellern und jenen die die Lektüre liebten, dass diese schon das Ideal einer vollkommenen Staatsverfassung im Herzen trugen".
Zum Problem des Standes und der Macht schreibt er an anderer Stelle: " Jetzt wird wieder bei dem Diepenbroicherschen Regiment ein Adliger von 12 Jahren aus dem Land eingesetzt und Gust, der zu allem zu gebrauchen ist, wird zurückgesetzt, weil er nicht adlig ist. Wir werden von Aristokraten zurückgesetzt und streiten für die Aristokraten, das ist nun einmal so."
Im "Memoire" schreibt Scharnhorst
an den Herzog von Braunschweig: "Wir haben angefangen, die Kunst des
Krieges höher als die Tugend zu schätzen, dies war der Untergang
der Völker in allen Zeiten. Tapferkeit, Aufopferung, Standhaftigkeit
sind die Grundpfeiler der Unabhängigkeit eines Volkes, wenn für
diese unser Herz nicht mehr schlägt, so sind wir schon verloren, selbst
in dem Laufe der großen Siege."
(Turnfahrt des TUS-Scharnhorst 2003)
Die Preußen und der heilige Krieg
Will man Scharnhorst verstehen, muß man nach Preußen reisen.
Wie war dieses Land, dieser Staat entstanden?
Skizzieren wir in groben Zügen seine Anfänge. Nachdem der Deutsche Ritterorden seinen Standort in Akkon bei Jerusalem wegen Erfolglosigkeit aufgeben musste, wandte er sich der Christianisierung der Slawen und Balten zu, um sie im heiligen Krieg für das Christentum zu gewinnen.
Der Einsatz des Lebens für die Kirche brachte nicht nur materiellen Gewinn, sondern auch Ablass für die Kreuzfahrer. So kam es bereits 1197 zum Wendenkreuzzug gegen das kleine heidnische Prussen östlich der Elbe und westlich der Prignitz. Durch die Unterwerfung der westslawischen Stämme und die Mark Brandenburg mit dem Adelsgeschlecht der Askanier, entstand das Land, das sich nach den vernichteten Ureinwohnern Preußen nannte.
Die Prussen waren weitestgehend "zerschmettert" worden, da man sie nicht "sicher bekehren konnte" (Abt Bernhard von Claiwoux).
Ursprünglich war die Kreuzzugsideologie für die Orientkreuzzüge entwickelt worden. Die Jerusalemwallfahrt verwandelte sich in einen "gottgefälligen Krieg". Neben der Osteroberung gegen die heidnischen Slawen und Balten diente der Kampf auch zur Rückeroberung der vom Islam occupierten spanischen Besitzungen, der Reconquista (Kalifat von Cordoba). Der niedere Adel hatte die tragende Rolle in diesen Kriegen.
Bei den Ordensrittern handelte es sich neben den Adeligen aber auch um Bremer und Lübecker Kaufleute, denen nicht nur die Rettung des Seelenheils, sondern auch Beute und die Sicherung einer standesgemäßen Existenz am Herzen lag.
Nun ist der heilige Krieg keine preußische Erfindung. Solche Kriege kommen in der Geschichte in vielerlei Formen vor und dauern noch heute an.
Sie entstammen der Durchsetzung vermeintlich
göttlicher
Verpflichtungen oder Verteidigung heiliger Bereiche. Sie wurden
meist mit besonderem Fanatismus geführt. Natürlich spielten auch
immer wieder Gebiets- oder Wirtschaftsansprüche eine erhebliche Rolle.
Über die ersten heiligen Kriege berichtet die griechische Geschichte
um 590 v. Chr. bis 338 v. Chr. Damals ging es um den heiligen Bezirk von
Delphi und den Olymp.
Lebensraum Preußen
1640 - 1688
Der große Kurfürst ging mit Macht
Um Frieden zu erlangen.
Er suchte der Franzosen Pracht
Und ihres Trotzes Prangen
Zu stürzen durch die Kriegeskunst.
Es wünschte mit Verlangen
Ein jeder Gottes Gut und Gunst
Zu dem was angefangen.
(aus R. Kern, Preußische Geschichte, Leipzig 1913 S. 16)
Brandenburg Preußen
Machen wir einen zeitlich großen Sprung in der Geschichte, dann ist aus dem Ordensstaat das Herzogtum Brandenburg-Preußen entstanden. Der große Kurfürst Friedrich Wilhelm regierte von 1640 1686. Friedrich III. von 1686 1719. Er wird 1701 König Friedrich I. in Preußen.
Im dreißigjährigen Krieg blieb Ostpreußen verschont, dagegen war die Mark Brandenburg ständiger Kriegsschauplatz und damit einer der am meisten verwüsteten Gegenden. Die durchziehenden Heere, ohne Unterscheidung von Sprache und Herkunft, hatten das Land verheert.
Außer Raub, Mord und Hunger traten noch verelendende Seuchen auf wie Pocken, Ruhr und die Pest. Besonders die Kinder waren betroffen. So starben in Frankfurt 1631 von 12.000 Menschen 4.000. Alles lag in Schutt und Asche und die Äcker waren verdorrt.
Dennoch muss angemerkt werden, dass Kurfürst Friedrich Wilhelm im Westfälischen Frieden flächenmäßig gewann. (Ostpommern zu Brandenburg)
Als er 1640 das Regiment in Brandenburg-Preußen übernahm, wurde zur Durchsetzung des Herrschaftsanspruchs und zur Ausweitung der Macht die Leitung des gesamten Wirtschaftsleben dem General-Kriegs-Kommissariat unterstellt und eine indirekte Verkaufs- Tor- Gewerbe- und Viehsteuer eingeführt.
Die schlimmen Bevölkerungsverluste des 30 jährigen Krieges glich der Kurfürst durch die Ansiedlung von knapp 14.000 Glaubensflüchtlingen aus.
Durch das Edikt von Potsdam werden die Hugenotten in Brandenburg aufgenommen.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts galten die Niederlande als das Fortschritts-Mekka Europas und in Preußen erlebte man eine Niederländisierung, beeinflusst u. a. durch die Heirat Friedrich Wilhelm mit Luise Henriette von Oranien 1646. Die Gärten Berlin, Potsdam, und Oranienburg entstanden im niederländischen Stil.
Die religiöse Toleranz entsprang durchaus auch oranischen Einflüssen. Sie war aber in Wirklichkeit nur eine gegenseitige Duldung von Reformierten und Lutheranern. Die Ausbreitung des Katholizismus wurde bekämpft! Juden durften ihre Andachten nur in den Wohnungen abhalten.
Besonderes Interesse galt bei den Bücheranschaffungen für die Bibliotheken den Militärwissenschaften und der Geschichte, sowie der Mathematik und der Geometrie. Samuel Puffendorf als Hofhistograph schrieb: "Über das Natur- und Völkerrecht" sowie über "Menschen und Bürgerrechte." Für die Kinder der Gutsuntertanen bestand Gesindepflicht. Auf Verlangen mussten sie drei Jahre für weniger Lohn als das Freigesinde dienen.
Der alte Dessauer (Leopold von Anhalt Dessau, Verwandter und enger Vertrauter des großen Kurfürsten) hatte im preußischen Heer den Gleichschritt eingeführt. Seit 1654 gab es ein Exerzierreglement und ein Militärgesetzbuch.
Friedrich Wilhelm hatte, als herausragende Herrscherpersönlichkeit, einen zentralistisch regierten Gesamtstaat geschaffen hatte. Das gelang in der politisch-geographischen Situation Brandenburg-Preußens nur durch ein starkes Heer. Aus einer Länderansammlung entstand der Militärstaat, straff, modern, leistungsfähig.
allein gewisses Interesse an Malerei 180.000 Söldner Steuern Junkertum -
Standhaftigkeit Zähigkeit Unerschütterlichkeit unterschätzter Preußenkönig, literarisch musikalisch (hochbegabter Dilettant (Haffner)
Hasardeur Hausknecht des Staates "erster Diener"
Abschaffung der Folter
Friedrich Wilhelm II. (1786 1797)
Wenig diszipliniert, Mätressenwirtschaft,
spiritistische Neigungen (Rosenkreuzer)
Friedrich Wilhelm III. (1797 1840)
(General Scharnhorst von 1801 bis
1813)
Friedliebender König, schwankende Politik,
unverständlicher Krieg 1806 Jena Auerstedt die Katastrophe
Reformen und Reformstreit
Verzicht auf die Fortsetzung der Reformen
nach dem Wiederaufstieg
Im Januar 1701 wurde das Herzogtum Preußen Königreich und Kurfürst Friedrich III. zum König Friedrich I. gewählt. Die Regierungszeit Friedrich des I. nennt man heute die Periode des höfischen Absolutismus in Preußen. Mirabeau schrieb: "Andere Staaten haben eine Armee, Preußen ist eine Armee."
Friedrich der II. wird ein Zyniker, kein Wüterich wie sein Vater Friedrich Wilhelm I. So war aus Preußen ein Staat der Disziplin des Beamtentums, der loyalen Aristokratie, des Militärs und Exerzier-Regimentes, einer aufgeklärten Gerichtsbarkeit, der Unbestechlichkeit und eines calvinistisch protestantischen Puritanismus geworden.
War Preußen Deutschland oder war es ein Land Europas? In Wirklichkeit entstand dieses Land aus einem der ärmsten und rückständigsten Kurfürstentümer der Mark Brandenburg und aus den Resten des Deutschritterordens an der Weichsel und der Askanier Kolonie an Spree und Havel.
Wenn wir den Zusammenhang des Namens Scharnhorst mit unserer Stadt verstehen wollen, müssen wir etwas von der Entstehung Preußens wissen. Es ist die Konstruktion eines "Vernunftstaates" nicht nur am östlichen Rande Europas, sondern auch am Rande der anderen deutschsprachigen Fürstentümer. Preußen gründet nicht, wie die meisten Länder Europas, nach der Völkerwanderung und kann sich auch nicht, wie die meisten Länder Europas, einer tausendjährigen Geschichte rühmen.
Dieses Land ist kein einheitlicher Gefühlsplatz (Sensotop) der Sprache, der Lebensgewohnheiten und kein einheitlicher Ort der Gewohnheit.
Man wurde nicht Preuße, sondern man ging zu den Preußen (zum Militär).
1801 wechselte Scharnhorst von Hannover nach Berlin in preußische Dienste, in einen Staat, den Theodor Fontane als den Staat der Zukunft bezeichnete. Er folgte dem Kriegs- und Eroberungsgeist des 18. Jahrhunderts in einen rationalen Beamtenstaat. Die Militärmacht war nach dem westfälischen Frieden verstaatlicht. Bis dahin waren die Armeen Privatunternehmen der Könige und Feldherren, aus Söldnern die sich rücksichtslos selbst unterhalten mussten und das Land "verheerten" (daher der Ausdruck). Morden, Sengen, Schänden, Brennen war das tägliche Geschäft der undisziplinierten Söldnerheere.
Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, brachte die preußische Armee mit bis zu 200.000 Mann zu einer außerordentlichen Militärmacht. Voraussetzung waren hohe Steuern und so wurde Preußen gleichzeitig das höchstbesteuerte Land Europas.
Er hatte, Misserfolgen zum Trotz, seine Eroberungspolitik nie aufgegeben.
"Meine Jugend, die Glut der Leidenschaft, der Ruhmesdurst."
Im siebenjährigen Krieg hatte Preußen seine Stellung als europäische Großmacht behauptet, aber 180.000 Mann und 139 Milliarden Taler verloren.
Scharnhorst war ein ehrgeiziger Stabsoffizier
und wollte Aufgaben und Lehrpläne in einem modernen Staat verwirklichen.
Preußen zehrte schon von vergangenem Ruhm. Das erste Angebot erhielt
er 1797. Aber es sollte noch vier Jahre dauern bis zu seiner Freistellung
in Hannover und einer ausreichenden Pensionszusage in Preußen und
der von ihm geforderten Versetzung in den Adelsstand, ohne den sah er keine
Zukunft für seine Arbeit.
Lebenswelt Scharnhorsts
Zwar lebte und arbeitete Scharnhorst in der Zeit Friedrich Wilhelm III., der ein "bürgerlicher" und auch zögerlicher Mann war und durch die Liebesehe mit der Königin Luise auch noch in dieser Richtung beeinflusst wurde. Dennoch war Preußen geprägt durch die Herrschaft des Soldatenkönigs und Friedrich des Großen.
In einer kleinen Sammlung von Originalzitaten soll versucht werden die Zeit und das Leben von Scharnhorst in Preußen zu spiegeln. Was war das für eine Welt?
Aus dem politischen Testament Friedrich Wilhelm I.:
"Man muss den Bauern verwehren adelige Güter zu kaufen und den Adeligen Bäuerliche, weil die Bauern nicht als Offiziere in der Armee dienen können und die Adeligen durch Erwerb von Bauernland die Zahl der Einwohner und Ackerbauern vermindern."
"Alle Raison gegen Offiziers oder Unteroffiziers, im Gewehr oder Sonder-Gewehr soll mit Spieß-Ruthen hart bestraft werden, absonderlich soll ein Kerl, wenn er in Gewehr nur mit einem Wort raisoniert, augenblicklich in den Arrest geschickt werden und des anderen Tages durch 200 Mann 20 mal durch die Spieß-Ruthen laufen, hingegen wenn eine Widersetzung, Bedrohung oder gar Gegenwehr von einem Kerl gegen einen Offizier oder Unteroffizier geschiehet, soll ein solcher Kerl arquebusiret werden" (d.h. wohl krumm und tot geschlagen werden) (H. Bleckwenn: Reglement der Königlich Preußischen Infanterie von 1726).
Der unter Friedrich Wilhelm I. bis zum Äußersten gesteigerte Drill der Soldaten wurde auch unter Friedrich II. beibehalten, auch die Prügelstrafe. In seinem politischen Testament prägte er den Grundsatz: "Ein Soldat müsse seine Offiziere mehr fürchten als alle Gefahren denen man ihn aussetzt, andernfalls könne niemand die Soldaten durch die Gewitter von 300 Kanonen, die ihnen entgegenkommen, zum Angriff führen. Der gute Wille allein würde niemals den einfachen Mann durch ähnliche Gefahren bringen, es muss die Furcht tun!"
Friedrich Wilhelm I. schrieb: "Ich schreite von Land zu Land, von Eroberung zu Eroberung und nehme mir wie Alexander stets neue Welten zu erobern vor". Und Friedrich II. "Ich liebe den Krieg um des Ruhmes willen, wahrhaftig, es ist ein großer Wahnsinn, aber einer von dem man schwerlich loskommt wenn man einmal davon ergriffen ist".
Einem Ausdruck der preußischen Wirtschaftspolitik und Geldknappheit verdanken wir die Redensart: "So schnell schießen die Preußen nicht". Söldner waren teuer und es gab reichlich Deserteure. So wurden die "armen Hunde" zwar halbtot geprügelt, aber dann wieder in die Schlachtreihen gestellt.
Hat Scharnhorst erkannt, was 100 Jahre
später Einstein und Freud über den Krieg erörtern, wenn
er an seine Frau schreibt: "Ich bin nicht zum Soldaten geboren, ohne
Schwierigkeiten ertrage ich die Gefahr, aber der Anblick der unschuldigen,
jammernden Menschen im Blute neben mir, das Feuer der brennenden Dörfer,
von Menschen zum Vergnügen angelegt, die übrigen Gräuel
der allgemeinen Verwüstung bringen mich in Wut und in eine unerträgliche
Stimmung."
Schlacht bei Auerstedt (1806)
Diorama auf der Eckartsburg
Jena und Auerstedt (1806)
In der Verkennung der wirklichen Lage und der Überschätzung der eigenen militärischen Stärke gegenüber Frankreich, trudelte Preußen unter Friedrich Wilhelm III. in den Krieg mit Napoleon.
Im Dorf Auerstedt siegten am 14. Oktober 1806 die Franzosen mit 33.000 Mann über die doppelt so starke preußische Hauptarmee. Durch eine große Unordnung in der Truppenführung und Verwirrung im Generalstab hatten zwei fünftel der preußischen Soldaten überhaupt nicht am Kampf teilgenommen. Kurz vor der Schlacht schrieb Scharnhorst, am 7.10. 1806, an seine Frau: "Was man tun müsste weiß ich wohl, was man tun wird wissen die Götter".
Die französischen Tiralleure zeigten hier, wie in Jena, die Überlegenheit des beweglichen Heeres über die Schwerfälligkeit der alten Lineartechnik des ancien regimes Preußens.
Die Unentschlossenheit sah man auch in dem Truppenteil in dem Scharnhorst kämpfte. Nachdem der Oberbefehlshaber, der Herzog von Braunschweig, tödlich verwundet wurde, gab des keine zentrale Führung mehr. Kurz vorher hatte dieser seinen Generalstabchef (Scharnhorst) an den gefährdeten linken Flügel beordert. So wurde der Rückzug zur Flucht.
Scharnhorst gelang, zusammen mit Blücher, nach der Schlacht von Auerstedt immerhin die Flucht mit Geschützen und Truppenteilen nach Lübeck. Hier wurde er von den Franzosen eingeholt und gefangen genommen.
Dazu schreibt er: "Ich habe in meinem Leben keine unglücklicheren und verzweifelteren Momente erlebt, als die am Anfang meiner Gefangenschaft, ich litt und leide das Doppelte, was andere einfach leiden; die Last des Ganzen und des Einzelnen."
Es war das Ende des spätabsolutistischen Militärsystems, das Scharnhorst vorausgesehen hatte. "Der König hat eine Bataille verloren, jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht".
Vom Bergfried der 1000 jährigen Eckartsburg hat man einen weiten Blick nach Süden auf das blutgetränkte Schlachtfeld von Auerstedt. Eine Gedenktafel verkündet die letzten Schüsse des Grenadier Batallion Schliefens: "Gedenke der Braven, auch wenn sie siegeslos kämpften".
Das Turnerherz aber klopft mit hoher Frequenz: "Wer übt denn schon um zu sterben".
Ein totes Gehirn in einem trainierten Körper?
100 Jahre später
Warum Krieg? Dialog zwischen A. Einstein und S. Freud
Gibt es einen Weg, so fragt Albert Einstein 1932, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien?
Er hält die Macht für materiell ökonomisch begründet. Eine relativ kleine Gruppe von Menschen, die sozialen Erwägungen und Hemmungen unzugänglich sei, sähe in der Waffenherstellung und im Handel die Grundlage ihres Strebens und ihrer Herrschaft.
Sofort fragt er aber: "Wieso kann so eine kleine Gruppe die Masse eines Volkes ihren Gelüsten dienstbar machen, da sie durch Kriege nur zu leiden und zu verlieren habe".
Hier hält er die Schule, die Presse und die religiösen Organisationen für verantwortlich, die im Auftrag der Herrschenden die Gefühle steuern könnten. Das aber reicht nicht aus, meint Einstein, denn es ist nach seiner Ansicht nicht vorstellbar, dass sich die Menschen bis zur Raserei und Selbstaufopferung entflammen lassen. Er kommt zu der Erkenntnis, dass im Menschen ein Bedürfnis zu hassen und zu vernichten vorhanden sein müsse. So fragt er Freud, ob es möglich sei, diese Anlagen zu erkennen und den Menschen gegen den Psychos des Hasses und der Vernichtung widerstandsfähiger zu machen, durch Unterrichtung? Einstein meint aber gerade die Intelligenz sei den verhängnisvollen Massensuggestionen am leichtesten unterlegen!
Hatte nicht Scharnhorst in der Bildung ein Bollwerk gegen den Krieg gesehen?
Freud schließt sich zunächst den Ausführungen von Einstein an, spricht aber lieber von der Gewalt als von Macht. Er erörtert dann das Wechselspiel von Gewalt und Recht. Am Beispiel Frankreichs erwähnt er, dass auch eine große Zentralgewalt zeitweilig Kriege unmöglich machen könne. Freud denkt an eine übergeordnete Instanz, mit der erforderlichen Macht. Dazu hält er zwei Faktoren für erforderlich, den Zwang der Gewalt und die Gefühlsbindung. Von den ihm bekannten Bindungen nennt er die panhellenische Idee, die christliche Lehre und den Bolschewismus.
Hier bricht er ab und wendet sich der Motivation den Individuums zu. Über die Lichtenbergsche Motivenrose der 32 Winde kommt er auf die im Menschen verankerten Triebe, den Destruktions- und den Todestrieb. In diesem Zusammenhang kommt er noch einmal auf den Bolschewismus/Kommunismus zurück und hält die Beseitigung der menschlichen Aggression durch dauerhafte Befriedung der materiellen Bedürfnisse für eine Illusion (1932!).
Der ideale Zustand, so Freud sei eine Gemeinschaft von Menschen, die ihr Triebleben der Diktatur der Vernunft unterwerfen würden. Da er diesen Gedanken für utopisch hält, fragt er: "Warum nehmen wir den Krieg dann nicht einfach hin, als Schicksal?" Seine Antwort lautet, weil jeder Mensch ein Recht auf Leben hat.
Sieben Jahre vor dem menschenverachtenden Vernichtungskrieg schließt Freud seine Ausführungen mit der Hoffnung, dass die berechtigte Angst vor den grausamen Wirkungen des Krieges und die kulturelle Einstellung den Kriegsführern in absehbarer Zeit ein Ende setzen würden.
Reformen
Nach den gewaltsamen Veränderungen durch die Revolution in Frankreich, bürgerte sich im deutschen Sprachgebrauch, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, als Gegenbegriff der Ausdruck Reform ein. Darunter verstand man gewaltfreie Veränderung, im Rahmen des bestehenden Systems.
"Die Gewalt dieser Grundsätze ist so groß, dass der Staat der erzwungenen Annahme entgegensehen muss. Demokratische Grundsätze in einer monarchischen Regierung, dieses scheint mir die angemessene Form für den Zeitgeist!" sagte Scharnhorst dazu.
Zum Träger der preußischen Reformen wurden Beamte, Offiziere und Intellektuelle. Sie begriffen den Bankrott überlebter Institutionen. Der einfache Soldat hatte gelernt Verantwortung zu übernehmen und der Offizier war zum gebildeten Menschen erzogen worden.
Im Oktoberedikt von 1807 regelte König Friedrich Wilhelm der III. von Preußen die Befreiung aus der Guts-Untertänigkeit der Bauern. Es folgte eine umfangreiche Gemeinschaftsreform.
Humboldt gründet die Berliner Universität und legt für eine allgemeine Menschenbildung fest: "Alle Schulen der ganzen Nation, nicht eines einzelnen Standes, müssen eine Allgemeinbildung bezwecken."
Schon 1801, nach Eintritt in preußische Dienste, hatte Scharnhorst eine Militärische Gesellschaft gegründet. 1807 wird er zur Reorganisation des Militärwesens berufen.
Nach der Niederlage von Jena und Auerstedt forderte er in einer Denkschrift die Nationalmiliz und die allgemeine Wehrpflicht. In dem einschneidenden Reformwerk Scharnhorsts wurde jeder Staatsbürger verpflichtet, die Unabhängigkeit des Staates zu verteidigen. Seine pragmatische Vorlage, die er dem König Friedrich Wilhelm III. vorlegte, beginnt mit dem Satz: "Alle Bewohner des Staates sind geborene Verteidiger desselben".
Grundzug dieser Reform war die Emanzipation des einfachen Soldaten und die Erziehung des Offiziers zum gebildeten Menschen.
Die Wehrpflichtbefreiung von Ständen, Berufsgruppen und von Einzelpersonen wurde aufgehoben. Außerdem schuf Scharnhorst das Krümpersystem. Mit diesem Schachzug unterlief er die mit Napoleon geschlossene Pariser Konvention, dach der die preußische Armee auf 42.00o Mann beschränkt war
Das Privileg des Adels auf die Besetzung der Offiziersstellen fiel weg. Das Werben von Soldaten im Ausland wurde eingestellt. Körperliche Züchtigungen und das Spießrutenlaufen wurden abgeschafft.
In einem seiner Briefe an Clausewitz schrieb Scharnhorst schon im November 1807: "Der gemeine Mann muss ein persönliches Ehrgefühl erhalten und die barbarischen Körperstrafen müssen verschwinden."
Die Kompaniewirtschaft, ein willkürliches Handels- und Geschäftssystem innerhalb des Heeres, wurde beseitigt, die Offiziere erhielten feste Gehälter.
Völkerschlacht bei Leipzig
Der recht kurze Zeitraum nach der Niederlage gegen Napoleon von 1806 bis 1812 hatte zu einem deutlichen Beginn der bürgerlichen Umwälzung in Preußen geführt. Aus der Feudalarmee gekaufter und gedungener Söldner, sowie geknechteter Bauern war eine Armee freier Soldaten geworden. Darüber hinaus wirkte sich auch die napoleonische Fremdherrschaft auf die bürgerliche Entwicklung aus.
Der Befreiungskrieg gegen Napoleons begann bereits im Dezember 1812 mit der Konvention von Tauroggen. Dieser Krieg zeigte erstmals die Züge einer Volkserhebung.
Theodor Körner dichtete: "Es ist kein Krieg von dem die Kronen wissen.... das Volk steht auf, der Sturm bricht los!"
Königliche Aufrufe wendeten sich an "Mein Volk!" und "An die Jugend" zur Bildung freiwilliger Jäger. Die Verordnung über die Landwehr und den Landsturm wurde erlassen. Im Volk, das völlig ausgeblutet war, zeigte sich eine überwältigende Spendenfreudigkeit. Ca. 60.000 Freiwillige zogen für den König ins Feld. Angehörige der Bildungsschichten gingen zu den Lützowschen Reitern, nach traditionellen Vorstellungen eine militärische Einrichtung, die sich als schwarzes Korps der Rache verstand.
Leopold von Gerlach berichtete später beeindruckt über den Enthusiasmus der Kriegsfreiwilligen. Er unterschied drei Strömungen: 1. die Aristokraten, 2. die Demokraten als Gegner des Feudalismus und 3. die Anarchisten (die Studenten, Doktoren, Buchhändler, Turner und Burschenschafter) als deren Anführer er Jahn nennt.
Der volkstümliche Nationalismus vertreten durch Arndt, Fichte und Jahn zeigt eine eindeutige gesellschaftspolitische Stoßrichtung im Interesse der inneren Einheit der Nation.
Am 2. Mai 1813 standen bei Großgörschen etwa 120.000 Mann Napoleons 52.000 Russen und 40.000 Preußen gegenüber. Die Schlacht wurde blutig.
Scharnhorst traf eine Gewehrkugel am linken Bein.
Er ruhte aber nicht und übernahm am 3. Mai schon die Mission nach Prag zu reisen und Österreich in die Koalition einzubinden.
Metternich empfand für den preußischen General keine besonderen Sympathien und empfing ihn nicht.
Doch seine Mission endete erfolgreich.
Den Lohn - den Sieg noch zu erleben - erntete er nicht.
Scharnhorst starb am 28.6.1813.
Schon 1813 fragte der Berliner Rechtsreferendar
und freiwilliger Jägeroffizier in einem Brief besorgt: "Wird es
wieder ein heiliges römisches Reich geben, mit seinen drittelhalbhundert
Souveränen und tausend Ministern mit allem jenen aristokratischen
Firlefanz von Kummer und Jammer und Domherren, mit jener adeligen und bürgerlichen
Bande und jenen mittelalterlichen Traditionen.
Schlafender Löwe von Rauch
Scharnhorsts Grabmal auf dem
Invaliden Friedhof Berlin
Am Ende des Pfades
1819 hatten die Geld-Sammlungen für das Grabmal Scharnhorsts begonnen und sie schleppten sich dahin. Erst 1834 wurde das Monument fertig gestellt. Von Schinkel stammt der klassizistische Aufbau und Friedrich Tiek entwarf die den Sarkophag umziehenden Reliefbilder aus seiner Geschichte. Rauch schuf den schlafenden Löwen.
Am Ende des Turnpfades von Scharnhorst über Preußen, zurück in unsere Dreistadt, können wir stolz sein! 2002 wurde das von Christian Daniel Rauch entworfene Denkmal des Generals unter den Linden, gegenüber der alten Wache in Berlin, auf dem Bebel Platz wieder errichtet. Wann, so fragen wir, ist jemals nach 250 Jahren einem Soldaten ein Denkmal gebaut worden? Hat er Wege erkannt, die jenseits von Sieg und Niederlage zu erahnen waren? Waren seine Reformen ein Anstoß für Überlegungen in einer politischen Weltkultur Konflikte nicht mehr auszutragen, sondern zu erkennen und einzuengen.
Eine Frage nach dem Umgang mit den Gefühlen müssen wir uns stellen. Müssen wir nicht ständig unsere Gefühle hinterfragen, sie rational kontrollieren? Ein Heimatland des Stolzes, der Zugehörigkeit, der Sprache, der Geschichte, der Kultur, des Sports aber nicht ein Vaterland der Überheblichkeit, sondern nur der Zufälligkeit des Hineingeborenseins, Gezogen- oder Geworfenseins.
Eine Heimat ohne Privilegien mit gleichem Recht für alle.
Eine Heimat für die ich, wie jeder andere, verantwortlich bin. Die Verwirklichung in der Verantwortung des Mitseins.
Der Raum der Sinnlichkeit der nicht aus Militarisierung, Drill, Körperzucht und Gleichschritt besteht, sondern durchaus ein Ort des Lachens und Tanzens, von Rhythmus im Verstehen des Mitseins. Ein Raum in dem das Individuum nicht das Selbst verliert und in die Überheblichkeit einer Überlegenheit mündet, oder den Weg aus der Kindheit in das Selbst nicht findet. Verwirklichung durch Selbstfindung in der Verantwortung.
Soziologie der Moderne - ich spiele meine
Rolle verantwortlich - als Einzelner und für die Gesellschaft!
Das Geheimnis des schlafenden Löwen
Im 7. Jahrhundert vor Chr. wurde der Löwe zum Symbol der Macht, sein Besieger zum Helden. Auf einem Mosaik aus Ravenna steht Christus auf dem Kopf eines Löwen als Zeichen der Überwindung des Dämonischen. Seit dem 9. Jahrhundert galt der Löwe auch bei den Deutschen als König der Tiere. Heinrich VI. ließ als Zeichen der Macht einen bronzenen Löwen in Braunschweig errichten.
Stellt der schlafende Löwe den besänftigten Dämon oder die demokratisierte Macht dar?
Das Spiel
Wie beschreibt man den Raum der Leben ist? Hat Raum eine Zeitkomponente? Die Straße, der Garten, der Platz zum "Pöhlen", trist liegt er da, er hat Vergangenheit in mir, aber kein Leben!
Es hat mich geschöpft im "Mitspielen lassen", im Moment des Gewinnens, im Handschlag der Anerkennung und dem Verdrängen des Versagens.
Ene, mene muh, und raus ..! Zuschauen? Oder gar nicht wollen?
Lust der Bewegung, erfinden, nachahmen und hassen. "Mit dem spiel ich nicht wieder! Was der sich einbildet! So gut bin ich schon lange!"
Faxen und Schauspielern und Besserwissen? Es sind die Fragezeichen, die locken, Ausrufungszeichen machen träge. Play and game haben wir im Englischen gelernt, klar das eine sind die Regeln, die braucht man doch!
Herausgeflogen bin ich aus dem Raum der Bewachung in Unerfahrenes, Unwiederholbares, im nicht Ausgeführten, Erdachtes allein. In die Welt des Suchens und Erfindens, des Unvorstellbaren. Die blaue Blume der Utopie
Heraus aus dem Ort in das Nirgendsland der Wünsche. Aufbruch und Bewegung aus dem Bestehenmüssen in die Welt, die es noch nicht gibt und die man sich schöpfend erfährt.
Das Leben ist unendlich es ist unendlich sonst hieße es nicht Leben!
Dort erblick ich schöne Hügel
Ewig jung und ewig grün!
Hätt´ ich Schwingen
Hätt´ ich Flügel
Nach den Hügeln zög ich hin.
(Aus Schillers "Sehnsucht"
)
"Turnerumtriebe" von J. Voltz
Geschenke
Was sollen wir Scharnhorster nun Scharnhorst schenken? Das Schönste wäre, wir hätten ihn verstanden. In Anbetracht der großen Naturkatastrophen dieser Welt, des Hungers und der Krankheiten, gäbe es da zum Trotz nicht genügend Reichtümer, Arbeit und Geld zum Leben für alle, statt Menschen zu versklaven oder zu töten. Sollten nicht Kriege durch Intelligenz und einer anderen Freund - Feind Analyse vermeidbar sein?
Das "tie", das auf der Hasenheide, hinter dem ersten Turnplatz, als ein Ort der Konfliktlösung entstand haben wir wieder entdeckt! "Du hast gewonnen, ich habe verloren und nun wollen wir wieder Freunde sein und morgen spielen wir wieder miteinander." Das tie als eine Stätte der Demokratie ging leider früh in angelsächsische verloren, es hatte aber, ohne so genannt zu werden, in der Arbeitersportbewegung seinen Platz. Im englischen Sprachgebrauch finden wir es als Band oder auch als Schlips. Die anglo-amerikanische Soziologie beschreibt ein vertikales und horizontales tie (Band) (vertikal in der Abhängigkeit horizontal im Miteinander) Im Tennis kam das tie-brake zurück nach Deutschland, in der Sinngebung der notwendigen Entscheidung.
Dieses "tie" möchten wir Scharnhorster unserem Scharnhorst schenken, damit es sein Denken seine Philosophie in der Welt verbreite. Es ist die Toleranz des miteinander Umgehens. Die Erfahrung des Mitseins, der Vermischung in den Räumen des miteinander Lebens. Eine Ausgleichung von Sprache und Gebräuchen und Bildung von Gefühlsplätzen (Borussia). Es ist das Spiel miteinander und der Umgang mit wandernden Menschen durch die Zeit in Leben durch unser Land mit Veränderungen, die wir Reformen nennen. Protestantische Westfalen, in Ehen mit katholischen Polen, die sich vor hundert Jahren argwöhnisch begegneten und sich heute ihrer Herkunft nicht mehr bewusst sind.
Das zweite Geschenk in Scharnhorst für Scharnhorst ist das "Niegedacht", jenen überlieferten Ausspruch einer Wirtin gegenüber den Bergleuten. Es ist das "Symbol" der "Blauen Blume", die Novalis fand, das Reich der Phantasie und des Traumes, aber auch der Aufbruch ins Selbst, oder wie Novalis schreibt: "Der Weg in die innere Betrachtung."
Wandern wir, die Blaue Blume zu gewinnen.
Es ist dieses utopische Kreisen um das "Niegedacht", das man im tie im Vertragen nach dem Wettkampf erfährt. "Niegedacht", dass man Sieger und Verlierer zum menschlichen Miteinander in einen Raum bringen kann?
Heimat haben wir gefunden - Scharnhorst in Preußen, vielleicht etwas sentimental mit Heines Nachtgedanken:
Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr
Wenn nicht die Mutter dortn wär
Das Vaterland wird nie verderben
Jedoch die alte Frau kann sterben.
Aber das Spiel, das den Geist motiviert
und das das Hirn programmiert im Mitsein und mit Scharnhorst, könnte
es nicht Sorge tragen für ein Recht auf Leben, einen gesunden Geist
in einem lebendigen Körper.
Scharnhorst Denkmal an der Neuen Wache
Das von Rauch geschaffene Denkmal ist 2002 gegenüber der Neuen Wache, also nicht auf diesem, seinem alten Platz errichtet worden. Jetzt steht es auf dem Bebel-Platz gegenüber.
Auch die größten Verehrer
von Scharnhorst müssen das so hinnehmen, dass die Nähe des Standbildes
eines Generals zur "Pieta" von Käthe Kollwitz in der Neuen Wache,
die Gefühle von Menschen verletzen kann. Diese Anerkennung gehört
in unser Demokratieverständnis.
Nach Gedacht
Vor der Schlacht bei Groß Görschen formulierte Scharnhorst 1813 seinen großen Traum, einmal den Befehl über das Ganze gehabt zu haben.
"Ich halte mich in aller Vergleichung ganz dazu fähig! Alle sieben Orden gäbe ich für das Kommando eines Tages!"
Die Nachwelt hat Scharnhorst durch den großen Bildhauer des Klassizismus, Rauch, zwei Denkmäler errichten lassen und ihm das Andenken eines großen Staatsmannes bewahrt. Viele Persönlichkeiten der Geschichte, auch Friedrich der Große, spiegelten sich an Sokrates in der Frage "wer bin ich".
"Was also Philosophen sind und was nicht, ist uns erst nach einer langen Erörterung und Mühe klar geworden. Da nun die Philosophen die Leute sind, die das, was sich immer gleich und unverändert verhält, erfassen können, sollen sie die Führer des Staates sein?
Über die Eigenschaft der philosophischen Naturen, also sind wir einig, dass sie stets nach dem Wissen streben, das ihnen von jenem Sein offenbart.
Solche Naturen, die alle die Eigenschaften besitzen, die wir soeben für den vollkommenen Philosophen gefordert haben, nämlich Wahrheit Gerechtigkeit Tapferkeit - Besonnenheit wird es nur selten und in kleiner Zahl unter den Menschen geben. Und nun sie, wie viele und wie große Gefahren diesen Wenigen drohen. Jede einzelne Eigenschaft kann die Philosophie auch verderben besonders die Tapferkeit und die Mäßigung, durch ein Zuviel."
Wem verdankt die Nachwelt nun den großen Denker und Staatsmann. Seinem eigenen Augenmaß oder dem Schicksal, das ihm keine direkte Verantwortung der Vernichtung von Menschen übertragen wurde?
Der Historiker, Prof. Schieder, schreibt in der Broschüre des Ministeriums der Verteidigung über das von Rauch geschaffene Denkmal:
"Das sinnende, gelassene, über
die verwirrte Welt hinwegblickende Haupt, ist das Bild eines Täters
der nicht durch bloße Macht, welche gewaltig blendet und auf andere
einwirkt, sondern durch die Tat der großen Gedanken, mit denen er
eine große Erneuerung des nationalen Lebens begründete."
Turnfahrt des TUS-Scharnhorst
Vom 24. bis 26.10.2003
Von Scharnhorst nach Preußen
Betrachtungszeitraum ca. 18. bis 19. Jahrhundert in Stichworten
Zwischen Müssen und Wollen liegen Verstand und Reformen
Geschichte in Schlagworten aus der Literatur (Dr. H.F. Jessen)
Preußen: Europa ein Spielsaal, eine Machtbörse, 140 Jahre Krieg Normalzustand Macht Stil der Zeit Kriege über die Köpfe der Menschen hinweg Söldnerheere kein Volkskrieg = nur mehr Steuern 18. Jahrhundert kein deutscher noch polnischer Nationalstaat, ein Rationalstaat Behauptung gegen drei Großmächte friderizianischer Verwaltungs- und Armeestaat rauer Vernunftstaat Straff modern Leistungsfähig Beamtenstaat Steuerschraube Höchstbesteuertes Land Konstruierte Staatsmaschine Abstrakte Staatlichkeit kein Volk Ordnung Rechtssicherheit Gewissensfreiheit Jedem das Seine, halber Nettolohn nur für Brot Gerechtigkeit und Toleranz Verwaltungs-Justiz Militärsystem Militarismus Prügelregiment Preußen ist eine Armee "Niemand wird Preuße denn aus Not, wird er es doch so dankt er Gott" friderizianischer Zynismus
Katastrophe: 1806 Niederlage gegen Napoleon Jena + Auerstedt Unverständlicher Krieg friedliebender König Friedrich Wilhelm III. Reform und Reformstreit Westverschiebung der Staatsgrenzen
Reformen: Hardenberg vom Stein Gneisenau Humboldt
Aufhebung der Erbuntertänigkeit der Bauern (1794) Städteordnung (1808) Gewerbefreiheit (1810) Steuerreform Staatsbürgerschaft der Juden (Gleichstellung) Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch von 1811
Scharnhorst: "Beamter in Uniform" der General ein Pazifist?
Heeresreform Abschaffung der drakonischen Strafjustiz Krümpersystem Landwehrordnung Allgemeine Wehrpflicht - körperliche Ertüchtigung, Bildungsreform (1810) Universität Berlin Gymnastik nach GutsMuths an den höheren Schulen Militärschulen bürgerliche Offiziere
Über Reformen zum Bewegen und Gestalten in der Gesellschaft
Literaturverzeichnis
Bundesministerium der Verteidigung Hrsg.,
Gerhard von Scharnhorst, Presse- und Informationsstab, Bonn 1995
Einstein, Freud
Warum Krieg, Diogenes Verlag, 1996
Görlitz, Walter
Scharnhorst, Niedersächsische Landeszentrale für Heimatdienst, Hannover 1955
Haffner, Sebastian
Preußen ohne Legende, Stern Verlag Henry Nannen, Gruner und Jahr, Hamburg 1979+
Hagemann, Karen
Mannlicher Muth und Teutsche Ehre,
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, München, Wien, Zürich, 2002
Heilborn, Andreas
Westfalczyczy, DieOstzuwanderer im Ruhrgebiet, Landschaftsverband Westfalen Lippe, Münster 1987
Hermann, W. und G.
Die alten Zechen an der Ruhr, H. Köster Verlag, Königstein Taunus
Hornung, Klaus
Scharnhorst, Bechtle Verlag Esslingen-München, 2. Aufl. 2001
Kunisch, Johannes Hrsg.
Gerhard von Scharnhorst, Private und dienstliche Schriften
Böhlau Verlag Köln, Weimar, Wien 2002
Militärverlag der DDR Hrsg.
Scharnhorst, Ausgewählte militärische Schriften, Berlin 1986
Pasterny, Heinz, Patock, Helmut, Hrsg.
Scharnhorst, Gestern und Heute, Geschichtsarbeitskreis Dortmund, 1998
Rehtwisch, Theodor
Leipzig Oktober 1813, Kurt Vowinckel Verlag, Potsdam, 1998
Schenk, Manfred
Historischer Atlas Deutschland, Verl. Christ. Brandstätter, Wien, 1997
Tempel, Norbert Hrsg.
Industriekultur in Dortmund, Industriemuseum
Dortmund, 1991
Bildnachweis
Diorama Eckartsburg, Clanzett, Christ.
Gerhard von Scharnhorst, Bundesministerium der Verteidigung
GutsMuths, Academia Verlag
Leipzig Oktober 1813, Vowinkel Verlag Potsdam
Logos, Jessen/Kiesel
Scharnhorst, Militärverlag der DDR
Soldaten, West. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster
Turner-Umtriebe, Institut für Hochschulkunde,
Würzburg
Lebenslauf in Scharnhorst
Hans-Friedrich Jessen, geboren am 4.5.1935 in Lengerich in Westfalen
Dr. med. Humanmedizin, Philosophie
1948 gründet der Vater eine Holzhandlung am Kirchderner Bahnhof
Studium in Kiel, Wien, Oxford, AKB! Alemannia Kiel, DAAD Senegal
1970 Niederlassung als Arzt im EKS in Scharnhorst
Seit 1972 1. Vorsitzender des TUS-Scharnhorst (TUS-Niegedacht)
1972 Olympia-Arzt in München
Seit 1985 Organisation von Fahrten in die Turngeschichte
Ehrenvorsitzender des Sportärztebundes